Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit, Note: 1,3, Freie Universität Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Arbeit will ich mich mit der Frage auseinandersetzen, ob Peacekeeperinnen einen geschlechtsspezifisch zugeschriebenen 'besonderen' Beitrag für Peacekeeping-Einsätze leisten können, den Peacekeeper nicht erbringen können und wie dieser sich in der Praxis manifestiert.In gewaltsamen Konflikten erleiden Männer wie Frauen, Jungen wie Mädchen Gewalt und dennoch betreffen gewaltsame Konflikte Frauen und Mädchen anders als Männer und Jungen. Männliche Personen bilden die Mehrheit der Opfer direkter Kampfhandlungen, aber weibliche Personen sind oftmals gravierend von den indirekten Auswirkungen gewaltsamer Konflikte betroffen. Gerade in Gesellschaften, in denen weibliche Personen in Hinblick auf Zugang zu Kollektivgütern, Nahrung oder wirtschaftlichen Ressourcen ohnehin diskriminiert werden, verstärkt sich ihre Verletzbarkeit durch das Konfliktgeschehen und kann somit tödliche Folgen haben. Auch kommt es in gewaltsamen Konflikten zu einem erhöhten Vorkommen von sexueller Gewalt, welche vornehmlich gegen Frauen und Mädchen gerichtet ist.Trotz der Erkenntnis, dass gewaltsame Konflikte geschlechtsspezifische Folgen haben, wurde die Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UN) erst im Jahr 2000 verabschiedet. Dort wird darauf hingewiesen, dass Genderperspektiven ein fester Bestandteil aller Peacekeeping-Einsätze werden müssen und der Schutz von Frauen sowie ihren Rechten und ihre Beteiligung in allen Bereichen von Frieden, Sicherheit und Entscheidungsfindung von immenser Wichtigkeit sind.Dennoch sind seit 1992 nur 9% der Verhandlungsführer_innen und nur 4% der Unterzeichner_innen von Friedensverträgen, die durch die UN ausgehandelt wurden, weiblich. Auch sind nur 3% des militärischen und nur 10% des polizeilichen Personals der UN-Peacekeeping-Einsätze weiblich. Die geringe Präsenz weiblicher Personen in den militärisch ausgerichteten Peacekeeping-Einsätzen zeigt auf, dass UN-Peacekeeping-Einsätze als militärisch-maskulin geprägt durch ihre aktuelle Struktur inhärent diskriminierend gegenüber weiblichen Personen sind. Diese Diskriminierung bezieht sich nicht nur auf Peacekeeperinnen, sondern auch auf die lokale Bevölkerung, da sexuelle Ausbeutung und Missbrauch der lokalen Bevölkerung durch mehrheitlich männliche, militärische Peacekeeper kein Einzelfall ist.